Home and Identity

Zuhause möchten wir es nicht nur schön und gemütlich haben, der private Wohnraum spiegelt auch unsere Lebensart wider, ist ein Teil unserer Geschichte und unserer Sehnsüchte. Dazu gehören auch die Bilder an unseren Wänden. Sie passen sich dem Interieur an, unterstreichen den Stil oder setzen Akzente. Die Auswahl der Bilder, mit denen wir uns umgeben, ist Ausdruck unserer Identität. Darin ist der Ansatz für das Projekt „Home and Identity“ zu finden.

Im Gegensatz zum musealen Raum, der bis auf seine weißen Wände leer geräumt werden kann, ist im privaten Wohnraum ein Zurück auf Start nicht möglich. Die Basis ist das bewohnte individuelle Umfeld, das in einen Dialog mit den Bildern der Ausstellung treten soll. Die vorhandenen und vertrauten Bilder werden abgehängt und für die Ausstellung gegen neue und ungewohnte Fotoarbeiten ausgetauscht. Das ist ein massiver Eingriff, wenn auch nur temporär, in das Hoheitsgebiet der Gastgeber*innen. Jede Wohnung zeigt mit einer weiteren Arbeit von international renommierten Fotograf*innen einen neuen Aspekt, eine neue Position zum Thema „Heimat und Identität“. Die persönlichen Räume stehen also in einem direkten Vergleich mit den Bildern hinsichtlich unterschiedlicher Wohnkulturen und sozialer Verhältnisse.

 

Weder dem Ideal von Andy Warhol, der von ihm propagierten Business-Art, wird hier ein Platz eingeräumt, noch dem massentauglichen Konzept einer Kunstgalerie im Internet, die ihre Ware jedem erdenklichen Wohnzimmer virtuell anpasst. Denn die Beteiligung an einer thematischen Ausstellung, mit einer jeweils spezifischen Fotoserie im eigenen Wohnraum, erfordert eine aktive Auseinandersetzung mit der Welt außerhalb der eigenen Lebenswirklichkeit. Es ist also dem Mut und der Neugier der Teilnehmer*innen geschuldet, dass diese Ausstellung stattfinden kann und so einen direkten Diskurs mit ihren Besucher*innen in Gang setzt.

 

Our home should not only be nice and cozy, but private living spaces also reflect our way of life. They are part of our history and our desires. The pictures on our walls, too, play a part in this. They adapt to the interior, highlight a particular style or emphasize features. The selection of images we surround ourselves with is an expression of our identity. It is this idea, that serves as a starting point for the project “Home and Identity.”

 

Contrary to the museum space, which can be emptied so that all that remains are white walls, the private space does not allow a return to the start. The base is the livedin, individual environment that is supposed to enter a dialogue with the exhibition’s images. For the exhibition, the existing and familiar pictures will be taken off the walls and instead replaced with new and unusual photographic works. This is a massive, albeit temporary, intervention into the hosts’ territory. Every apartment shows a new aspect, a new position on the topic home and identity in combination with another series of internationally renowned photographers. The personal spaces therefore stand in direct comparison with images of various living cultures and social conditions. Neither Andy Warhol’s ideal of Business-Art, nor an online art galleries’ popular concept of matching their commodities with every imaginable living room, is conceded space here.

 

The contribution to the format of a topical exhibition, with a specific photo series in each private living space, requires the active confrontation with a world outside of one’s own reality. Not only does this make participants into experts in their chosen topic, but also into art connoisseurs of the images exhibited in their spaces. It is thanks to their courage and curiosity that the exhibition and with it a direct and lively exchange with visitors could even take place. 

 


Fotograf*innen: Marina Cordes, Gonçalo Fonseca, Gabriele Galimberti, Samaneh Khosravi, Matthis Kleeb, Signe Heldt, Pau Montes, Wolfgang Niehoff, Jutta Schmidt, Alex Schoelcher, Juliana Spinola, Karen Stuke

 

Auf einem Rundgang können die fotografischen Arbeiten in den privaten Wohnräumen erkundet werden! Ein ganz besonderes Erlebnis für alle, die neugierig sind auf internationale Fotografie, das Kaiserviertel und die intensive Begegnung mit seinen Bewohner*innen!

The photographs in the private living spaces can be explored on a tour! A very special experience for everyone who is curious about international photography, the neighborhood of "Kaiserviertel" and the intense encounter with its residents!

Date: So 27. Juni

Rundgänge / Tours : 10:30 & 14:00 Uhr (Dauer jeweils ca. 2,5 Stunden)

Eintritt / Entrance fee: 15,- €

Tickets: Ticketshop

Ort / Venue: Kaiserviertel Dortmund

 

 

Ein kleiner Rückblick auf den Rundgang im Kaiserviertel / Looking back to the tour

 © Marina Cordes &  Signe Heldt, Matthis Kleeb, Alex Schoelcher

Mit freundlicher Unterstützung von